Neuigkeiten aus Kenia – Besuch der Nice View Familie (mit Video)

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Zittern bis zum Schluss.

Wir reisen nach Kenia

Unsere private Keniareise hatten wir noch vor Covid19 gebucht und auch noch im Sommer 2020 hätten wir nie gedacht, dass dieser Virus unser Leben auch im 2021 noch dermassen prägen wird. In den Wochen vor unserem Abflug überstürzen sich dann neue Meldungen: Virusmutationen, ständig ändernde Einreisebestimmungen, digital zertifzierte PCR Tests, FFP2 Masken, … Aber wir haben keinen Plan “B”: Zwei Wochen vor unserer Keniareise begeben wir uns in selbstauferlegte “Quarantäne” und so klappt schlussendlich auch alles bestens. Mit negativem PCR Test und allen notwendigen Formalitäten reisen wir problemlos nach und durch Kenia. Vom Flughafen über Airlines bis hinzu den Lodges sind alle bestens auf Covid19 eingestellt und wir können unsere Reise in vollen Zügen geniessen,  wie in Covid19-freien Zeiten.  Pflichtbewusst wird in jeder Unterkunft täglich unsere Temperatur gemessen und wenn bei Anzeigen wie 34.2° uns die Einheimischen lächelnd zunicken, können auch wir uns ein Schmunzeln nicht verkneifen 😉

«Glück widerfährt dir nicht -
Glück findet der, der danach sucht»

«the first community owned and run elephant sanctuary»

Reteti Elephant Sanctuary

Auch auf dieser Afrikareise möchten wir neue nachhaltige und soziale regionale Projekte und Institituionen kennenlernen. Unsere erste Station ist das Reteti Elephant Sanctuary im Samburu County, im Norden Kenias.  Artenschutz ist nichts Neues und dennoch kann die Auffangstation als Pionierleistung gelten: Sie geht auf eine Initiative der lokalen Bevölkerung zurück, welche die Wildtiere als Chance zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen sieht und wird ganz von Einheimischen betrieben. Jedes Jahr werden zwischen fünf und zehn Elefantenkälber im Norden Kenias gerettet, von einer Population von schätzungsweise 8.700 Tieren. Einst stark von Wilderei betroffen und durch Instabilität stark degradiert, erholt sich die Samburu-Region nun durch transparente, selbstverwaltete Naturschutzpolitik, die den Erhalt der natürlichen Ressourcen fördert, um Stabilität wie auch Beschäftigung und Einkommen für die regionale Bevölkerung zu schaffen. Alle Tierpfleger stammen so auch aus der lokalen Community.

Die Besuchszeit im Waisenhaus ist sehr eindrücklich. Wir erfahren von den traurigen Schicksalen der Elefantenbabys. Obwohl sich Elefanten mit voller Hingabe um ihre Jungtiere kümmern, kommt es immer wieder vor, dass Elefantenbabys ihre Herde verlieren. Die Gründe sind vielfältigt:

  • Wilderei
  • Krankheiten
  • Konflikte mit der Landbevölkerung
  • Trennung durch Jagd von anderen wilden Tieren

Da sie alleine nicht überleben können, werden die verwaisten und ausgesetzten Elefantenkälber im „Reteti Elephant Sanctuary“ aufgenommen und aufgepäppelt, um später wieder in die wilden Herden in der Umgebung des Schutzgebietes ausgewildert werden zu können.  Etwa alle drei Stunden erhalten sie ihren Shoppen.  Pünktlich zur Fütterungszeit kommen sie angetrabt, wickeln ihren  Rüssel um die extragrossen Milchflasche, nukeln genüsslich und trinken in einem atemberaubenden Tempo. Es dauert nicht mal eine Minute und fast sechs Liter Milch sind verschwunden. 

Während die Elefantenwilderei in anderen Teilen Afrikas weiterhin unhaltbare Ausmasse annimmt, ist der Anteil der illegal getöteten Elefanten im Norden Kenyas seit 2012 um 53 % gesunken. Die wachsende Zahl von Menschen in Kenia lässt jedoch immer weniger Lebensraum für Elefanten. Elefanten kommen auf die Farmen und können die Ernte auf Quadratkilometern in einer Nacht zerstören. So etwas schürt Hass auf die Tiere. Und wenn sie traumatisiert sind durch Wilderei oder Konflikte mit Menschen, dann werden sie scheu und sehr aggressiv. Es ist ein Teufelskreis: “Elefanten plündern eine Farm. Die Leute töten einen Elefanten. Die Tiere können das über dutzende Kilometer kommunizieren. Sie werden nervös und töten Menschen. Und alles geht wieder von vorne los.“ Die Sensibilisierung der Gemeinden und Entschärfung von Konflikten zwischen Mensch und Wildtieren gehört somit zu einer zentralen und wichtigen Aufgaben des Reteti Elephant Sanctuary.

Die laufenden Kosten der Auffangstation sind auch für kenianische Verhältnisse überraschend hoch. So kostet die Rettung und Transport eines Elefantenbabys  ca $2’500, die Milch pro Woche und Elefantenkalb $225. Glücklicherweise wird das Reteti Elephant Sanctuary finanziell  von nationalen und internationalen Institutionen unterstützt, beispielsweise auch vom Zoo in San Diego. Auch wenn hier jede finanzielle Unterstützung nachhaltig ist und wir individuelle Spenden gerne hierfür annehmen, werden wir uns vorläufig primär für kleiner Afrikaprojekte einsetzten, da die Dimension dieses Projektes unsere aktuellen Möglichkeiten sprengt.

«Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an»

(Kurt Tucholsky, deutscher Journalist und Schriftsteller.)

«Das soziale Engagement von Jo und John - Malaika Camp»

OLARE OWANG PRIMARY SCHOOL

Nach unserem  Aufenthalt im Samburu Country und dem eindrücklichen tierischen Besuch bei den Elefantenbabys im Reteti Elephant Sanctuary führt uns unsere Reise weiter in die Massai Mara, wo wir im Malaika Camp bei John und Jo zu Gast sind. Schon vor längerer Zeit sind wir in Afrika-Foren auf das Camp und die Gastgeber aufmerksam geworden. John ist in der Masai Mara aufgewachsen und kennt die Menschen, Flora und Fauna wie kein anderer  und Jo Fink ist Fotograf (www.jofink.com) aus Deutschland.  Was uns aber besonders angesprochen hat ist, dass das  Malaika Camp  sich stark für die Unterstützung der lokalen Masai Bevölkerung kümmert.

Im Mittelpunkt ihres Engagements steht die Unterstützung der Olare Owang Primary School. Wie uns Jo erzählt  sassen in völlig überfüllten Schulklassen  bis zu 80 Kinder teilweise auf dem Boden. Von lokalen Schreinern liessen sie Tische und Bänke zimmern und die Kinder konnten es nicht glauben, dass sie nun ihr eigenes Schulpult zum lernen hatten.

Leider war es uns während unserem Aufenthalt nicht möglich die Schule und die Kinder zu besuchen. Wegen starken Regenfällen führte der Fluss welcher unser Camp und die Schule trennt zu viel  Wasser, so dass eine Durchquerung nicht möglich war. Wir sind aber sicher, dass wir auf unserer nächsten Keniareise wieder Jo und John besuchen werden und dann wird der Besuch der Schule hoffenlich klappen. Wir freuen uns bereits, die Kinder und dieses Projekt persönlich kennen zu lernen.

Auswirkung der Covid19-Pandamie

Durch die COVID19-Pandemie ist in Kenia in der Masai Mara der Tourismus sehr stark eingebrochen. Viele Camps haben geschlossen, der Handel fällt aus und  hinter jeder Arbeitskraft stehen 8 bis 10 Familienmitglieder die versorgt werden müssten. Mehr als 100 Familien der  Schulkinder haben nichts mehr zu essen!

In einer Hilfsaktion von “Education vor all e.V.” in Zusammenarbeit mit dem Malaika Camp bekommen die Familen zurzeit pro Montat ein Essenspaket aus Öl, Mais und Reis. Für ca 45,- EUR kann eine Familie von 8 bis 10 Personen 1 Monat überleben!

Auch kann mit einer Spende von  100 Euro ein Kind ein Jahr zur Schule gehen und die Schulgebühren und die Schulkleidung sind damit bezahlt.

Kaum zurück in der Schweiz erreicht uns noch die traurige Nachricht, dass ein schwerer Sturm bei mehreren Schulgebäuden die Dächer zerstört hat. Durch den Sturm und den heftigen Regen wurde das Inventar stark beschädigt bzw. zerstört. Auch wurde die  Solaranlage, die einen Wasserbrunnen und somit die Wasserversorgung für die Schule und die Leute in der Region betrieben hat,  komplett zerstört.

Gerne nehmen wir Spenden für die  Familien und die Schulkinder entgeben. Wir sind sicher,  dass  durch John und Jo hier jede Hilfe 100% ankommt.

Die Olare Owang Primary School wird  auch durch den deutschen Verein Education for all e.V. unterstützt. Dank der grossartigen Unterstützung konnten bereits ein Schulgebäude mit einer Bibliothek und der Bau eines Trinkwasser Brunnens  realisert werden. 

«Wer zusammen in das gleiche Boot steigt, will dasselbe tun »

«Wiedersehen ist einfach wunderschön»

Besuch bei der Nice View Familie

Endlich ist es wieder so weit und unser dritter Besuch bei der Nice View Familie steht vor der Tür. Ausgestattet mit Ice-Cream und  negativem Covid-Test können wir  recht unbesorgt zum Kinderdorf aufbrechen. 

Kaum sind wir im Nice View Village angekommen treffen auch die Kinder ein. Timo,  Oli und Nathalie – unser Patenkinder – erkennen uns direkt wieder, umarmen uns freudig und die Begrüssung mit allen Kindern ist herzlich. All die strahlenden, lachenden und plaudernden Kinder wiederzusehen ist einfach berührend.

Da Sarah zum ersten Mal im Nice View zu Besuch ist, gehört natürlich die ausführliche Besichtigung des ganzen Kinderdorfs auf dem Programm. Die einfachen aber mit sehr viel Liebe und farbenfroh eingerichteten Kinderhäuser sind immer wieder ein Highlight.

Nach einem leckeren Mittagessen verbringen wir vor allem viel Zeit mit den Kindern. Zuerst ist noch ein wenig “Küchenarbeit” angesagt und   zusammen mit den Kindern werden Bohnen/Erbsen gerüstet. Unsere Fotokameras finden die Kinder wie immer den Hit und sich selber auf dem Fotos im Display zu sehen einfach super. Sie üben sich als Fotograf und Model 😉

Am Nachmittag sind wir zu einem Kaffee bei Beat  im Paradisegarden eingeladen. Beat hat den Verein Pamoja gegründet um das Bauprojekt Nice View Homes  zu unterstützen. Nach dem Motto “Hilfe zur Selbsthilfe” wird aktuell die Unterkunft “Nice View Cottages” –  wunderschön am Strand gelegen aber nur wenige Minuten vom Kinderdorf entfernt – gebaut. Dem Hilfswerk fehlt es immer noch an geschultem  qualifiziertem Personal, das den verschiedensten Aufgaben in professioneller Weise gewachsen ist. Volontären und Praktikanten die ihr Wissen und Können unentgeltlich der Institution zur Verfügung stellen wollen und so einen Wissenstransfer ermöglichen, soll mit den Cottages eine güstige  attratkive Wohnmöglichkeit geboten werden. Durch die Einnahmen des Gastbetriebs wird auch eine Einnahmequelle für das Nice View geschaffen und Arbeitsplätze für die lokale Dorfbevölkerung geschaffen. Mit dem Swimmingpool haben weiter die Nice View Kinder die Möglichkeit schwimmen zu lernen.

Die Anlage und die Cottages sind wunderschön geworden. Eindrücklich was hier  in nur einem Jahr Bauzeit und der grossartigen finanziellen Unterstützung durch Beat und den Verein Pamoja  geschaffen worde ist. Die Cottages können bald via die Homepage von Pardisegarden gebucht werden.

Zum Abschluss unseres Nice-View Besuchs haben wir noch die Ehre, Mama Gudrun unseren Afrika-Kalender 2021 symbolisch für den Spendenerlös für das Nice View überreichen zu dürfen.

Mit den Klängen einer  Trommel-Session mit Beat heisst es leider langsam wieder Abschied nehmen von den Kindern und Mama Gudrun. Liebe Nice View Famila, Asante Sana für die glücklichen unbeschwerten Stunden bei Euch, bis zum nächsten Mal.

Auf dem Heimweg fahren wir noch bei Kahindi vorbei. Kahindi wuchs im Nice View Kinderheim auf und arbeitet jetzt als Küstler / Maler in Diani. In seinem Shop decken wir uns noch mit ein paar Bildern von ihm ein, welche nun in unserem Web-Shop  für einen guten Zweck gekauft werden können.

«Glauben heißt: durch den Horizont blicken.»

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